Ich stehe ja nicht so auf Bücher…

Posted März 17, 2009 by shoogazer
Categories: der singende, tanzende abschaum der welt, die zarteste versuchung seit es schokolade gibt

…dafür umso mehr auf Buchrezensionen. Diese hier z.B. ist großartig. Alleine schon der Schlussfolgerung wegen:

immer kritisch den Werbetext begutachten, bevor man ein Buch in der Annahme liest, es handle sich um Pornographie.

Ihr habt ja so viel Zeit

Posted Oktober 26, 2008 by shoogazer
Categories: die zarteste versuchung seit es schokolade gibt

Tags: ,

Wenn alle Stricke reissen…

Posted Oktober 23, 2008 by shoogazer
Categories: der singende, tanzende abschaum der welt, politainment

Tags: , , , ,

Klickt man sich durch die Unmengen von Publikationen die sich vom Selbstverständnis her als „Satire“ begreifen, stellt man schnell fest, dass damit nichts weiter als gequält-ironische Bemerkungen mit Bezug zur Tagespolitik gemeint sind – oder aber man umreisst Alltagsbegebenheiten mit Wiedererkennungswert und kotzt sich über vermeintlich mangelnden Sinn für Ästhetik, respektive vermeintlich dumme Fragen Dritter aus. Für beide Kategorien finden sich immer genügend Menschen, die das ganze auch noch wahnsinnig „scharfzüngig“, „gnadenlos“ und zuweilen sogar „herrlich politisch inkorrekt“ finden.

Kommen mal wirklich interessante Impulse, lässt kaum jemand ab gewisser medialer Reichweite die Gelegenheit aus, alle wissen zu lassen, dass man ja das berühmte Zitat von Tucholsky kenne, aber ihm doch ein ganz klitzekleines bisschen widersprechen müsse.

So verirre ich mich z.B. bei einer Textsammlung von einer Kollumnistin, die sich Elvira J. nennt und finde das alles gnadenlos. Gnadenlos schlecht. Das ist natürlich nicht weiter schlimm. Was für Einen Unterhaltung ist, kann sich sicherlich jeder – bis zu einem gewissen Grad – selbst definieren. Die Dame hat allerdings auch einen Text mit dem Titel  „Warum Frauen keine netten Kerle lieben,“ verbrochen. Einleitend steht dort:

dieser Text wurde in tausenden Foren diskutiert, von hunderten Plagiatoren als Eigenwerk ausgegeben und sehr selten mit der richtigen Quelle genannt. Eines meiner ersten Werke

Interessant. Dem Text mangelt es an sprachlicher Eleganz und Originalität. Eigentlich arbeitet sich die Verfasserin zum größten Teil an längst überholten Sitcom-Klischees ab (Ich spar mir an dieser Stelle das Quoten). Nichtsdestotrotz glaube ich das mit den Plagiatoren aufs Wort. Im StudiVZ macht sich sogar jemand die Mühe eine Gruppe mit ähnlichem Namen zu gründen, und den Text in das Gruppenprofil zu pasten… und findet über 25000 Mitglieder, die alle dabei mithelfen eine allgemein bekannte Tatsache als neue Erkenntnis zu verkaufen:

Wer sich anpasst, steigert seinen Marktwert.

Im Trash-TV-Format „Das Model und der Freak“ geschieht das konsequenter, allerdings mit interessanteren Fallbeispielen. Hier ernten die Initiatoren des Ganzen allerdings nichts als harsche Kritik. Die WELT schreibt:

das ist Konzept der Sendung: Das tun, was einem in Kindergarten und Grundschule verboten wurde. Andere aufgrund ihrer Andersartigkeit zu hänseln, sie auszugrenzen

Das kann man so nicht stehen lassen. Auch an pädagogischen Anstalten ist man sich der Formel mit der Anpassung und dem Marktwert durchaus bewusst und deshalb legt jede Schule viel Wert auf die Vermittlung sog. „sozialer Kompetenzen“. Den erzieherischen Gestus hat nämlich der Text mit der Sendung gemein. Und die StudiVZ-Gruppe erst recht.

Was lernt man daraus? Im Web2.0 tummeln sich mehrheitlich die Leute rum, die einem schon offline seit Jahren auf die Nerven gehen. Wo findet man Abwechslung? Na ebendort. Bei Youtube z.B:

Wenn alle Stricke reissen, dann hat man ja immer noch die Musik…. …oder so…

Who can you trust?

Posted Juli 13, 2008 by shoogazer
Categories: seh hinter die kulissen

Tags: , ,

Irgendwer hat die Harburger Innenstadt mit DIN-A3-Plakaten, bestehend aus einem (positiv konnotierten) Schlagwort und einem (negativ konnotierten) Piktogramm vollgeklebt. Netter Versuch, aber im Grunde genommen wird lediglich bemängelt dass solche Kaugummie-Begriffe wie „Wahrheit“ oder „Freiheit“, die ich persönlich ja eher meide, in der Praxis pervertiert werden. Merkwürdiger Vorwurf. Und: an wen gerichtet?

Richtig schlimm ist das Poster „Vertrauen“, dass eine Überwachungskamera zeigt. Beklagt man sich hier über das mangelnde Vertrauen des Staates in seine Bürger oder die mangelnde Vertrauenswürdigkeit der Bürger gegenüber dem Staat? Egal – Sowohl das Eine wie das Andere ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine noch so radikal gemeinte Opposition sich nicht nur beim common sense, sondern auch beim nominellen Gegner anbiedert – Abreissen!

When it comes, say goodbye to all your cousins

Posted Juli 5, 2008 by shoogazer
Categories: die zarteste versuchung seit es schokolade gibt

Tags: ,

When it comes, say goodbye to all your cousins
cause they’ll never let you go this far alone
when it comes, say hello to all us others
cause we’ll never let you go this far alone.

Multitasking

Posted Februar 21, 2008 by shoogazer
Categories: der singende, tanzende abschaum der welt

Tags:

Ich hab grad Obst gegessen,
das hat mir gut geschmeckt,
ich hab den Raum vermessen,
die Lage abgecheckt.

ich war davor woanders,
woanders irgendwo,
nicht bei Thomas Anders,
und auch nicht im Büro

es war auch nicht die Küche,
und ganz falsch ist: Bordeaux,
naja, ich will zurückgeh’n,
nur weiß ich nicht, wieso

dirty talk

Posted Februar 20, 2008 by shoogazer
Categories: du und deine welt, politainment, seh hinter die kulissen

Tags: , ,

„Ein Mann mit einem Wanderstab“ ist in aller Regel ein Mann, der eine Gehhilfe mit der gängigen Bezeichnung „Spazierstock“ benutzt. Darunter einen Teilnehmer an einem Staffellauf zu verstehen würde den Kern der Sache nicht ganz treffen. Zudem hat sich für Jene die Bezeichnung „Staffelläufer“ eingebürgert. Ganz falsch ist die Annahme, es handele sich bei einem „Mann mit einem Wanderstab“ um einen Mann mit häufig-wechselnden Sexualpartnern. Das sollte sich jeder vergegenwärtigen, der peinlichen Mißverständnissen vorbeugen möchte.
Bei dem allseits bekannten Pay-TV-Sender Beate-Uhse.TV konnte man vor einigen Wochen folgende Szene beobeachten:
Ein Mann und eine Frau haben sich bei Kerzenlicht und Champagner zusammengefunden. Die sonst bei mir sehr beliebte Umschreibung der Kleidung muss hier leider ausfallen – Beide hatten ab dem Zeitpunkt, wo ich das Geschehen angefangen habe, wahrzunehmen, keine mehr an. Der Szenerie nach zu urteilen aber, ist davon auszugehen, dass das Paar zuvor sehr fein gekleidet war. Ich denke sogar, dass der Mann auch irgendwo einen Wanderstab rumliegen hat. Das besagte Paar also war, wie gesagt, einfach da und vollzog eine Praktik, die im Allgemeinen als „Doggie-Style“ bekannt ist und der Busen der Frau schwang in einem gleichmäßigen Takt hin und her. Dies alles wäre ja nicht besonders außergewöhnlich aber mein erster Gedanke war, dass man diese Schwingung am besten mit komplexen Exponentialfunktionen beschreiben könne. Richtig absurd wurde es aber erst, als ich meine Aufmerksamkeit dem Mann, der sich ebenfalls in einem sehr gleichmäßigen Rhytmus bewegte, widmete und mir das Wort „Erregerfrequenz“ nicht mehr aus dem Kopf ging.
Ich will hier keine dämlichen Nerd-Klischees bedienen – nichts läge mir ferner. Ganz im Gegenteil: bei mir erzeugt es ein nicht zu unterdrückendes Verlangen, sich abzugrenzen, wenn über Douglas-Adams-Anspielungen besonders laut geschmunzelt wird, nur um zu zeigen, dass man „den Witz verstanden hat“.
Dies ist leider ein Phänomen, das alle Schichten und Millieus betrifft. Nur zu oft kann man das im Kino beobachten. Dort sind das dann aber eher die Bush-Witze, die bei dem sich für politisiert haltenden Publikum ein fast schon aggressives Gebrüll provozieren. Und dabei sind Bush-Witze doch ein absolutes No-Go des subversiven Humors.
Wie dem auch sei, zurück zum Thema: Irgendwann wurde mir das alles jedenfalls zuviel und ich verlangte, irgendjemand solle doch bitte einen Knopf drücken.
Apropos Knopf: Nennt man die Dinger bei Kugelschreibern hinten eigentlich auch Knöpfe? Ich finde, dass es nicht unbedingt sehr vorteilhaft ist, diese Klemmteile und die Knöpfe an Kugelschreibern zu einer Einheit zu verschmelzen, so wie das bei den aktuellen CDU-Kugelschreibern gemacht wurde.
Ansonsten spricht eigentlich alles zur Zeit für die CDU-Kugelschreiber: Die Farbe, das Material, die Handhabung. Da geben mir sogar die Jusos recht.
Überhaupt sind Kugelschreiber der wahrscheinlich angenehmste Nebeneffekt des Wahlkampfes – und das sage ich als jemand, der Gel in jedem Fall der Kugelschreibertinte vorzieht.
Der unangenehmste Nebeneffekt hingegen ist wahrscheinlich der lokalpatriotische Kitsch, mit dem man ständig bombardiert wird. Ja, ja, so hamwa’s doch gern:

Ihr erzählt mir was von wegen „Hamburg rockt“
Und hinterrücks habt Ihr mich wieder abgezockt

…und ich weiß dass das Stilmittel „Tocotronic-Zitat“ absolut überstrapaziert wird.

keinerlei Anlass zur Freude

Posted Februar 6, 2008 by shoogazer
Categories: du und deine welt

Tags: , , , , ,

Wenn einem ästhetisch etwas Unbehagen bereitet, so ist dieses Bauchgefühl zumeißt richtig. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Menschen sagen: „Meine Beerdigung soll eine Party werden“. Diese Formel, die nicht nur in schlechtem, sondern auch besserem Pop wiederzufinden ist – „Ich will nicht, dass du in schwarz gehst, wenn ich tot bin!“ – ist so ausgelutscht und berechenbar, dass sie förmlich danach schreit reaktionärem Denken zugerechnet zu werden… und einen Gegenentwurf zu provozieren:
Ich habe bald Geburtstag. Meine Party soll eine Beerdigung werden. „Party machen“ mag nämlich vielleicht eine Sprache sein, die jeder versteht. Eine Lebenseinstellung ist es nicht. Eine Verpackung – kein Inhalt.
Aber wen interessiert schon der Inhalt, wenn die Verpackung nicht stimmt? Verpackungen sind von grosser Bedeutung. Auf meinem Schreibstisch liegt ein Briefumschlag, der sich beim Abtasten anfühlt, wie eben die gleiche Bewerbungsmappe, die ich an den Absender vor einiger Zeit gechickt habe. Wäre da nicht die Verpackung, müsste ich womöglich noch die kränkende Absage lesen.
„Etwas gut verpacken“ dagegen ist keine Wortfolge, bei der man sich toll vorkommt, wenn man sie ausspricht. (Es sei denn man macht beruflich irgendwas mit Unterricht) Das wären eher Wörter wie „Einzugsliquidität“. Man spreche jetzt
laut und deutlich „EIN-ZUGS-LI-QUI-DI-TÄT“ aus und fühle sich toll.

„Winsener Straße Nord“ stöhnt der Busfahrer lustvoll in die Sprechanlage und reisst mich von den Zeilen, die nun nicht mehr in meinem Kopf verweilen.

fast so gut wie das Original:

Wo war ich gerade nochmal? Ach ja, „Wörter“, die einem ein wohliges Gefühl bereiten, wenn man sie ausspricht. Man setze sich einmal ins Cafe der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und merke, dass man nicht nur nun-nicht-mehr-Mitschüler sieht, sondern auch, wie sich andere StundtInnnen und Studenten unterhalten.
Am beeindruckendsten find ich bis jetzt eine Gruppe Studierender der Psychologie. Sie unterhielten sich, hörten sich gegenseitig geduldig zu, sagten Sachen wie „mhh“, „aha“ und „ich verstehe“ und benutzten lauter
eben solcher Begriffe. Ich hörte gespannt zu und merkte garnicht, dass ich diese Menschen dabei unaufhörlich anstarrte. Ob sie zu laut seien, wollte die Jüngste der Vier wissen. „Nicht doch“, entgegnete ich. „Ich
war lediglich hin und weg von der Art und Weise wie Ihnen die ein oder andere Fachvokabel über die Lippen geht“. Im Verlauf der weiteren fünf Minuten stellte ich mir die Frage mit welchen Lehrbuch-Fallbeispielen ich später wohl verglichen werden würde.
Vergleichen kann Mensch ja Bekanntlich Vieles. Äpfel mit Birnen z.B. oder aber andere Manschen mit Nazis.
Bei Letzterem, so dachte ich mir heute morgen, sollte man unterscheiden zwischen dem Nazivergleich Ersten und Zweiten Grades. Der Unterschied soll im Folgenden erläutert werden:

Der Nazivergleich 1. Grades ist der direkte Vergleich von Handlungen, ästhetischen Elementen oder Institutionen mit denen der Nazis.
Beispiel: Man sitzt in einem italienischen Restaurant und möchte bezahlen. Nach Tätigung des (Bar- oder nicht Bar-)geldtransfers sagt man noch mal der Bedienung zum Abschied: „Wissen Sie, Ihre Pasta erinnert
mich doch sehr stark daran, wie auch hier bei uns vor über 60 Jahren Pasta zubereitet wurde.“

Der Nazivergleich 2. Grades (auch Nazivergleichsvergleich) ist dagegen die bloße Behauptung, man selbst sei einem Nazivergleich zu Opfer gefallen. (Eselsbrücke: man vergleicht Jemanden mit Jemandem, der Nazivergleiche macht)
Beispiel: Gleiches Restaurant, die Pasta hat so gut geschmeckt, dass Mensch das sogar dem Koch persönlich mitteilt: „Ihre Pasta schmeckt genauso wie die von meiner Oma“. Der Koch aber, nicht wissend, dass die Großmutter erst nach dem Krieg geboren wurde verfällt in Rage und schreit: „Immer müsst ihr mit eurer
Auschwitzkeule kommen, um uns mundtot zu machen! Das lassen wir nicht länger auf uns sitzen.“

Das wäre ein klassischer Fall des Nazivergleiches 2. Grades. „Mundtot“ soll in diesem Zusammenhang natürlich antonym für „etwas zubereiten dürfen, was auch mundet“ sein.

Zu Zeiten des Wahlkampfes stellt man sich des Öfteren die Frage, warum in der Presse gewisse Auflagen gelten, die es niemals in die „reale Welt da draußen“ schaffen. So werden, zwecks Abgrenzung vom redaktionellen Inhalt, Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften mit dem kleinen Schriftzug „ANZEIGE“ in Großbuchtstaben gekennzeichnet.
Bei großformatigen Werbeplakaten in den Straßen hält das niemand für nötig.
Man stelle sich vor, eine Partei lässt Wahlplakate an Sraßenrändern aufstellen, die für eine Veranstaltung mit dem Titel „Sackgasse: Links“ werben. Manch Autofahrer könnte das für ein Straßenschild halten und einen Umweg fahren.
Die Folgen für die CO2-Bilanz der Stadt wären fatal.
Die DVU (ein Nazivergleich 1. Grades wäre hier dringendst angebracht) währenddessen wirbt mit dem markanten Slogan „Michel statt Moschee“. Manch besorgter Bürger würde womöglich gar denken, er müsse Partei ergreifen, zumal das Plakat suggeriert, es handele sich um eine „entweder-oder“-Frage.
Wären alle Werbeplakate eindeutig mit einem „ANZEIGE“-Schriftzug gekennzeichent, würde all jenes nicht passieren.

Sonderwünsche

Posted September 29, 2007 by shoogazer
Categories: du und deine welt

Tags:

Ich: Diesen Füller haben wir nur noch für Linkshänder.
Kundin (total entnervt, zu ihrem Kind): Kannst du nicht einfach mal mit links schreiben?

auch nicht schlecht

Posted September 23, 2007 by shoogazer
Categories: die zarteste versuchung seit es schokolade gibt

Tags: ,

Bei Lidl wird gestiftelter Edamer als „Käse über alles!“ verkauft. Ich bin nun sicherlich nicht der Einzige, bei dem so eine Bezeichnung Assoziationen mit diesem einen „wunderschönen“ Lied weckt. Was denkt man sich also, wenn man sowas auf die Packung schreibt?
Gemeint ist wohl: Käse über Salate, Käse über Pizza, Käse über Toast Hawaii. Käse über alles halt. So dämlich ist so ein Name also garnicht. Jetzt würden mir spontan zahlreiche weiter Produkte einfallen, die man mit dem slogan „$produkt über alles!“ vermarkten könnte.

Spontan lachen musste ich, als gestern eine Kundin nach „Tackermunition“ (gemeint: Heftzwecken) gefragt hat. Andererseits kenne ich jetzt auch lauter Begriffe, die ich vorher nicht kannte: Klemmbretter, Klemmschienen, Tesafilm-Abroller…